Fluoride

Ein spezielles Thema der Zahnpflege

Ein spezielles Thema der Zahnpflege ist das Problem der Fluoridprophylaxe. Hier prallen die Meinungen der Ablehner und Befürworter hart aufeinander. Die Ablehner sehen eine ganzheitliche Gefährdung des Menschen, sowie eine Ablenkung von den wahren Ursachen der Karies als gefährlich an. Die Befürworter hingegen halten die Fluoridprophylaxe für unverzichtbar zur Härtung des Zahnschmelzes und somit zur Vorbeugung gegen Karies. Aber wie so oft, liegt die Wahrheit in der Mitte.

Sie benötigen den Flash-Player!

Viele Spezialisten unter einem Dach.


button zur Bildergalerie       Bildergalerie Glossar

 

Worum geht es?

Fluor ist ein hochgiftiges gelbgrünes Gas und gehört zu der Gruppe der Halogene, zusammen mit Chlor, Brom und Jod. Da alle Halogene hochreaktiv sind, kommen sie in der Natur in ungebundenem Zustand praktisch nicht vor. Somit ist es auch falsch, von Fluor zu sprechen. Richtigerweise handelt es sich um Fluorid, also das Salz des Fluors. Dieses wird leider von den Ablehnern der Fluoridprophylaxe häufig verwechselt. So stellen auch Chlor und Natrium für sich hochtoxische Substanzen dar. Die Verbindung der beiden, also Natriumchlorid (NaCl) hingegen ist für unseren Körper essentiell. Ebenso verhält es sich mit den » Fluoriden. Auch Fluoride werden inzwischen für uns als essentiell angesehen. Unser Körper enthält etwa 2 bis 5 Gramm Fluorid.

Eine tägliche Zufuhr von 1 bis 2 mg pro Tag kann für den Erwachsenen als ungefährlich, ja als sinnvoll angesehen werden, da Deutschland als ein vorwiegend Fluoridmangelgebiet eingestuft werden kann.

In der Kariesprophylaxe spielen das Natriumfluorid und das Aminfluorid eine wichtige Rolle und es ist unbestreitbar, dass eine deutliche Kariesreduktion seit Einführung der Fluoridprophylaxe vor 20 Jahren zu verzeichnen ist. Haben wir noch vor vielen Jahren häufig von Karies zerstörte Gebisse vorgefunden, so sind diese heute die absolute Ausnahme. Erstaunlicherweise zeigen gerade die Kinder eine hohe Kariesfrequenz, deren Eltern sich besonders um eine biologische Ernährung ihrer Kinder bemühen.

Wie ist es zu der Ablehnung der Fluoride gekommen und welche Bedeutung hat sie?

Wie vieles Extreme, so hat auch diese Problematik seine Ursache in Amerika. Es wird beschrieben, dass die Aluminiumindustrie ein Problem hatte, das bei der Herstellung anfallende Fluor umweltverträglich zu entsorgen. Da sei ein pfiffiger Mensch auf die Idee gekommen, dieses »Fluor«, da es ja karieshemmend ist, dem Trinkwasser beizumischen. Und in der Tat wird in den USA das Trinkwasser seit gut 20 Jahren fluoridiert. Und wie so oft in Amerika, wird auch hier maßlos übertrieben. Zum Teil werden dem Trinkwasser 4 mg Fluorid pro Liter zugefügt. Das ist natürlich entschieden zu viel. Vernünftigerweise ist eine Trinkwasserfluoridierung in Deutschland nicht durchsetzbar. Gesetzlich ist bei uns festgelegt, dass die Konzentration des Fluorids im Trinkwasser und auch im Tafel- und Heilwasser die Marke von 1 mg Fluorid pro Liter nicht überschreiten darf.

So findet man in keinem Heilwasser in Deutschland mehr als 0,6 mg Fluorid pro Liter. Auch sind in Amerika diverse Nahrungsmittel mit Fluorid versetzt. Dieses führt zu einer unkontrollierten Aufnahme von Fluoriden und kann so zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie zur Verfärbung der Schneidezähne (weiße und braune Flecken), der Fluorose führen. In Deutschland gibt es als einziges fluoridangereichertes Nahrungsmittel Kochsalz zu kaufen. Zur Deckung des Fluoridbedarfs können Fluoridttabletten, Fluoridgelees, Fluoridlacke und fluoridhaltige Zahncremes herangezogen werden. Auch sind fluoridhaltige Füllungsmaterialien heute verfügbar. Dennoch ist Karies keine Fluoridmangelkrankheit. Man weiß, dass die Karies erst mit Beginn der industriellen Revolution zur »Volksseuche« avancierte. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie eine Krankheit allein der Privilegierten. Durch die Industrialisierung wurde der Zucker auch für ärmere Schichten erschwinglich und die Karies konnte sich ungebremst ausbreiten.

Die Ursachen der Karies

sind neben dem Zuckerkonsum in Form von Süßigkeiten - hierzu zählen auch Honig und zahlreiche süße, klebrige Früchte, wie Bananen und Trockenobst - auch vergärbare Kohlenhydrate, einschließlich Stärke, die im Mund hydrolysiert wird. Sie können zu Säuren abgebaut werden und den Zahnschmelz angreifen. Gleichwohl ist für die Kariesentstehung die Besiedlung der Mundhöhle mit bestimmten kariesbildenden Bakterien notwendig. Fehlen diese Bakterien, deren Virulenz durch einen einfachen Test beim Zahnarzt ermittelt werden kann, ist eine Kariesentstehung nicht möglich. Auch hat die Karies keine Chance, werden die Zähne gleich nach dem Genuss von Süßem geputzt. Das nachfolgende Schaubild verdeutlicht diese Zusammenhänge.

Nur wenn alle vier Faktoren (Zahn, Bakterien, Zucker und Zeit) zusammentreffen, kann Karies entstehen. Fehlt auch nur ein Faktor, besteht keine Kariesgefahr.

Kariesentstehung

Da es aber meist nur ein frommer Wunsch ist, Kinder zuckerfrei zu ernähren, stellt die Kariesprophylaxe mit Fluoriden einen nicht nur vertretbaren Kompromiss dar. Kinder können bis zum 3. Lebensjahr sorglos 0,25 mg Fluorid zu sich nehmen. Ab dem 3. Lebensjahr sind 0,5 mg Natrium- bzw. Aminfluorid angezeigt. Eltern sollten daher folgenden Weg gehen.

Zunächst sollte man sich beim örtlichen Wasseramt erkundigen, wie hoch die Konzentration des Fluorids im Trinkwasser ist. Man sollte danach errechnen, wie hoch der Fluoridbedarf bei welchem täglichen Wasserkonsum noch besteht. Auch sind einige Lebensmittel fluoridhaltig.

Nachfolgend sind einige aufgeführt:

100 g Ölsardinen enthalten 0,2 – 0,4 mg
100 g Huhn enthält 0,06 – 0,1 mg
100 g Tee enthalten 0,01 – 0,42 mg

2 mg Fluorid sind enthalten in:

1,250 kg Garnelen
1,5 kg Butter
2 kg schwarzer Tee
2 kg Muskelfleisch
6,5 kg Fisch
10 kg Gemüse
20 kg Obst
20 kg Brot

Wie ist es zu der Ablehnung der Fluoride gekommen und welche Bedeutung hat sie?

Bei Fluoriden ist die Spannbreite zwischen einer Unterversorgung und der zu hohen Zufuhr relativ eng. Aus diesem Grund wird über den nötigen Bedarf und die Ergänzung häufig heftig gestritten. Wer sich bei der Fluoridergänzung jedoch an die empfohlenen Dosierungen hält, geht kein Risiko von gesundheitlichen Schäden ein.

Grundsätzlich sollte deshalb nur eine Form der Ergänzung angewendet werden.
Empfehlenswert scheint die Verwendung fluoridhaltiger Zahncremes in Verbindung mit einem wöchentlichen Einsatz von Fluoridgelees aus Aminfluoriden.

Allein durch diese Maßnahme wurde eine Hemmung der Kariesneubildung von bis zu 50 % nachgewiesen.